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Klinisch toter PC und andere kaputte Geschichten
158 Seiten, Taschenbuch
Autor: Werner Julius Frank
ISBN: 978-3-00-021832-3
Der große Erfolg des ersten Buches „Drogenpalast“ inspirierte Werner Julius Frank, weitere Geschichten zu schreiben. Wie gewohnt, glänzt der Autor durch Sprachgewandtheit, Wortwitz und bissigen Humor.

Alberto aus Napoli, der mittlerweile einen besonderen Platz in den Herzen der Leser errungen hat, ist wieder mit von der Partie: lebhaft wird ihm der Begriff des „Landei“ erklärt, und er erlebt ein echt deutsches Schützenfest mit „wandernden Salatblättern“.

Alltagssituationen werden unter die Lupe genommen: die Brille, die dauernd unauffindbar ist, die Entstehung und das Leben der „Wollmäuse“, wir bekommen Antwort auf die Frage „Was wollte ich doch gleich im Keller?“ und wir verstehen jetzt den samstäglich rasenmähenden Nachbarn.
„Was ist ‚beziffern’?“ fragte Alberto plötzlich. Er zeigte auf die verlassene Tageszeitung am Nachbartisch.
„Da steht ‚Die Versicherung beziffert den Schaden auf ungefähr 30.000 Euro’, weiß nicht, was ‚beziffern’ heißt“, sagte er, „komisches Wort.“
„Wieso komisch?“ fragte ich.
„Weil ich nicht weiß.“
„Wenn alles komisch ist, was du nicht weißt, dann käme diese Welt aus dem Lachen überhaupt nicht mehr heraus. Komik allenthalben“, hätte ich sagen sollen. Sagte ich aber nicht. Statt dessen:
„Sie wissen es noch nicht so genau, sie schätzen, es wird etwa 30.000 Euro kosten.“
„Ist Ziffer wie Zahl?“
„Nicht ganz, aber ungefähr“, antwortete ich. Das Wort ‚Ziffer’ kommt aus dem mittellateinischen Wort ‚cifra’ und bedeutete ‚leer sein’ oder ‚null’. Das war bei euch in Italien auch so. Dann habt ihr im 15. Jahrhundert dafür ‚nulla’ erfunden und ‚cifra’ bekam eine neue Bedeutung, sie nahm den Platz von ‚figura’ ein. Die Deutschen nannten es dann ‚Zahlzeichen’. Ich weiß es nicht genau, aber ungefähr war’s so.“
Alberto war höchst beeindruckt. Daß sie damals in Italien aus der Null ein Zahlzeichen gemacht hatten, ließ ihn sichtlich größer erscheinen. Wo man den Neapolitanern doch immer nachsagt, sie kriegten alles kaputt. Aber aus einer Null ein Zeichen zu erschaffen, das war schon was.
„Also Ziffer doch wie Zahl“, sagte er.
„Ungefähr schon“, sagte ich, „sagen wie einfach, eine Zahl besteht aus mehreren Ziffern.“
„Aber ‚beziffern’ kommt von Ziffer“, beharrte er.
„Ja“, bestätigte ich.
„Wenn Ziffer wie Zahl, dann ist beziffern wie bezahlen?“
„Nein, ist es nicht“, sagte ich.
„Du meinst, Versicherung beziffert, weil sie nicht bezahlen will?“
„Alberto, das hat doch damit nichts zu tun. Der Grund ist, sie muß den Schaden erst beziffern, damit sie weiß, was sie bezahlen muß“, antwortete ich. Die Logik begann mir aus den Händen zu gleiten.
„Bei uns in Napoli bezahlt Versicherung nie, braucht also auch nicht zu beziffern, è chiaro.“
Mafialogik, dachte ich. Typisch Alberto. Er hatte noch nie eine Versicherung bezahlt, nicht mal die für seinen kleinen Fiat. Als ich ihn das letzte Mal besucht hatte und wir einen Ausflug nach Leuca di Mare machen wollten, hatten sie uns bei Salerno kontrolliert und das Auto stillgelegt, wir mußten mit dem Bus nach Hause fahren.
„Beziffern kommt von Ziffer, aber bezahlen nicht von Zahl?“ nahm Alberto das Fragespiel wieder auf.
„Genau so ist es. Zu dem Substantiv Zahl gehört das Verb zählen.“ Pause. „Gibt’s auch ‚bezählen’?“ „Nein, gibt’s nicht. Du kannst er-, ver-, nachzählen usw., bezählen nicht.“ „Ich kann nachzählen?“ „Ja, zum Beispiel dein Geld.“ „Kann auch nachzahlen?“ „Ja, wenn du zuwenig bezahlt hast.“ „Auch nachziffern?“ „Nein, verdammt noch mal, kannst du nicht, nachziffern gibt’s nicht in meiner Sprache.“

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