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Störe meine Krise nicht!
158 Seiten, Taschenbuch
Autor: Werner Julius Frank
ISBN: 978-3-00-039772-1
„Störe meine Krise nicht!“, so heißt das neue Buch des Winkeler Wortverdrehers.

Der selbsternannte fröhliche Pessimist hat dabei weder Archimedes noch den Euro im Sinn, sondern alltägliche Dinge aus dem alltäglichen Leben. Warum gibt es auf gekaufte Eier keine Garantie, wohin reist ein Reißwolf wirklich, wie lange müssen Worte laufen, bis sie geflügelt werden? fragt sich der Autor und findet dazu ebenso überraschende und haarsträubende Antworten.
Ich hatte gehofft, das auslaufende Aquarium wäre der einzige Ausflug in die Wirrnisse der deutschen Sprache gewesen. Aber ich irrte mich. Alberto hatte am Eingang der Schreibwarenabteilung einen Karton mit der Aufschrift »Reißwolf‹‹ entdeckt. Er hielt an und zupfte mich am Ärmel.

»Was ist ›Reißwolf‹?‹‹ fragte er.
Gemach, gemach, ermahnte ich mich, schließlich hatte ich schon weitaus verzwicktere Sprachabenteuer Albertos erfolgreich bestanden, den Reißwolf würde ich auch noch überleben.

»Reißwolf reist? Wohin reist?‹‹ fragte er nach.
»Er reist nicht. Er reißt, mit scharfem ›S‹ oder ›S-Zet‹.
Zumindest früher‹‹, erklärte ich.
»Reist jetzt nicht mehr?‹‹
»Reißt schon, aber mit ›Doppel-›S‹.‹‹
»Was reißt er?‹‹
»Papier, er schnitzelt Papier.‹‹

Wenn Alberto denkt, dann dauert es, in seinem Kopf scheinen die Gedanken zu mäandern. Manchmal so lange, bis sie sich in irgendeinem Seitenarm seines Gehirns verlaufen haben. Dann nimmt er gewöhnlich die linke Hand an die Stirn und versucht, die Falten glatt zu ziehen. Gelingt ihm das, so stellt er die Fragen ein, betrachtet die Angelegenheit als erledigt. Wenn nicht, fallen ihm die merkwürdigsten Zusammenhänge ein, dann wird seine Fragerei zu einem nervtötenden Kreuzverhör. Er nervt mitunter solange, bis ich in Zweierreihe neben mir stehe. Ich sah ihn an: Die Falten waren gegenwärtig, es war mal wieder passiert.

»Reißwolf schnitzelt. Wie Schnitzel von Kalb?‹‹
»So ungefähr, nur kleiner‹‹, bemerkte ich.
»Warum heißt nicht Schnitzelwolf?‹‹

Ich versuchte, seine Frage zu ignorieren und machte mich auf den Weg zu dem Druckerpapierstapel. Alberto zottelte hinter mir her.

»Reißwolf ist, wenn Wolf reißt?‹‹
»So ist es‹‹, dozierte ich, »Reißwolf ist, wenn Wolf reißt. Rennpferd ist, wenn Pferd rennt, Schwimmreifen ist, wenn Reifen schwimmt. Es ist immer dasselbe Prinzip: Die Befehlsform eines Verbs und dahinter das Substantiv.
Greifen ist dasVerb, greif der Imperativ, Vogel das Substantiv und Greifvogel ist der Vogel, der greift.‹‹

Ich glaube nicht, daß meine Erklärung eine grammatische Prüfung überstanden hätte, aber mir fiel keine bessere Erklärung ein.

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